Der Saal war voll, das Haus festlich geschmückt und die Stimmung ausgelassen. Hier und da wurde sogar eine Freudenträne verdrückt. Kein Wunder: Seit 15 Jahren begleitet und unterstützt das Projekt Jugend Aktiv Plus (JAP) junge Menschen in schwierigen Lebenslagen auf ihrem Weg in Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe. Gemeinsam mit rund 100 Wegbegleiter:innen, Unterstützenden und Gästen wurde dieses besondere Jubiläum gefeiert.
Ein Höhepunkt war die Premiere eines Jubiläumsfilms, der anhand eindrucksvoller Beispiele die Wirkung von JAP sichtbar machte und die Erfolge des Projekts emotional und anschaulich in den Mittelpunkt stellte.

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation bei ihrem Grußwort anlässlich des Jubiläums von Jugend Aktiv Plus. Fotocredit: Lawaetz-Stiftung (Eva Häberle)
15 Jahre erfolgreiche Unterstützung für junge Menschen
Gleich zu Beginn brachte Dr. Melanie Leonhard, Senatorin der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, die Bedeutung des Projekts auf den Punkt: Jeder der elf Projektpartner leiste einen unverzichtbaren Beitrag zum langfristigen Erfolg von JAP. Gleichzeitig betonte sie, dass keine Anstrengung zu groß sein dürfe, um junge Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen.
Die Zahlen sprechen für sich: Seit dem Start des Projekts wurden rund 16.500 junge Menschen individuell begleitet und unterstützt. Mehr als 5.000 von ihnen fanden den Weg in Ausbildung oder Beschäftigung. Das entspricht 75 Prozent der Teilnehmenden an den mehrmonatigen bis mehrjährigen Coachingangeboten. Zudem konnten 85 Prozent der jungen Erwachsenen mit besonderem Unterstützungsbedarf sozial stabilisiert werden.
Fachlicher Austausch zu Chancengerechtigkeit
Nach den Grußworten der Projektleiterinnen Sieglinde Ritz und Annekatrin Kühn von der Lawaetz-Stiftung folgte ein Fachvortrag von Prof. Dr. Andreas Oehme von der HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen. Er machte deutlich, dass der Übergang von der Schule in den Beruf für viele junge Menschen noch immer mit Hürden verbunden ist. Um gleiche Chancen zu ermöglichen, brauche es offene, wohnortnahe Unterstützungsangebote, die junge Menschen aktiv einbeziehen und langfristig begleiten und nicht zuletzt inklusive Arbeitsmärkte, die jungen Meschen in schwierigen Lebenslagen Chancen der Integration ermöglichen.

Prof. Dr. Andreas Oehme, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen, Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit sprach zu „Auf dem Weg zu inklusiven Arbeitsmärkten“. Fotocredit: Lawaetz-Stiftung (Eva Häberle)
Anschließend bot eine Marktplatzdiskussion Raum für den Austausch unterschiedlicher Perspektiven und Erfahrungen. Viele der im Vortrag angesprochenen Themen bestätigten sich in den Gesprächen. Einigkeit bestand darüber, dass verlässliche, inklusive und wohnortnahe Unterstützungsstrukturen weiter gestärkt und ausgebaut werden müssen.
Ein Podiums- und Publikumsgespräch mit ehemaligen und aktuellen Akteur:innen von Jugend Aktiv Plus zog Bilanz und richtete den Blick auf die Zukunft des Projekts. Leitungs- und Fachkräfte aus Behörden, Bezirksämtern und der Jugendberufsagentur diskutierten gemeinsam mit den Gästen über Chancen, Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven.

v.l.n.r.: Die JAP-Projektleiterinnen der Lawaetz-Stiftung Annekatrin Kühn, Sieglinde Ritz (in Verabschiedung) und Julia Flad bei der Staffelübergabe. Fotocredit: Lawaetz-Stiftung (Eva Häberle)
Staffelübergabe bei JAP
Ein besonderer Moment zum Abschluss des fachlichen Teils der Veranstaltung war die symbolische Staffelholzübergabe innerhalb des JAP-Teams. Nach 22 Jahren bei der Lawaetz-Stiftung wurde Projektleiterin Sieglinde Ritz in den Ruhestand verabschiedet. Künftig übernehmen Annekatrin Kühn und Julia Flad die Projektleitung von Jugend Aktiv Plus.
Den kulturellen Teil des Abends eröffnete Aylin Celic mit einer sehr berührenden poetischen Zusammenfassung des Tages, die Band Last Request leitete anschließen zur Party mit DJ Suro über.
Die Lawaetz-Stiftung trägt das Projekt bereits seit 15 Jahren als Dachträgerin und wird dessen erfolgreiche Arbeit auch weiterhin begleiten. Eine rundum gelungene Jubiläumsveranstaltung im Lawaetzhaus, deren freudige Stimmung noch nachwirkt.




