Bunt geschmückt und mit stabilem Spätsommerwetter empfing das Lawaetzhaus am 10. September 2026 seine Gäst:innen. Mehr als 200 Teilnehmende feierten gemeinsam mit dem Vorstand und den Mitarbeitenden der Lawaetz-Stiftung sowie ihrer Töchter- und Enkelgesellschaften das 40. Jubiläum der Stiftung.

Bunt geschmückt und einladend: Mehr als 200 Gäst:innen feierten im Lawaetzhaus das 40. Jubiläum der Stiftung. Foto: BoLahola
Brücken bauen – auch in den nächsten 40 Jahren
Nach der Begrüßung durch den Stiftungsvorstand Jörg Lindner sprach Tim Angerer, Staatsrat der Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration. Er blickte auf die Rolle der Lawaetz-Stiftung als Brückenbauerin in den vergangenen 40 Jahren zurück. Angerer hob besonders die Kompetenz der Stiftung bei der Vernetzung von Bürger:innen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Politik und Verwaltung hervor. Mit Blick auf die Zukunft betonte er die Bedeutung dieser Arbeit für Demokratie und soziale Teilhabe.

Tim Angerer, Staatsrat der Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration blickte auf 40 Jahre Stiftungsarbeit zurück: Foto: BoLahola
Raus aus den Gruppen – rein in die Gemeinschaft
Höhepunkt des offiziellen Programms war der Impulsvortrag der Autorin, Politikwissenschaftlerin und Journalistin Gilda Sahebi. Unter dem Titel „Raus aus den Gruppen – rein in die Gemeinschaft – warum Verbindung stärker ist als politische Polarisierung“ sprach sie darüber, wie gesellschaftliche Spaltung entsteht und was Menschen wieder stärker miteinander verbinden kann.
Ein zentraler Gedanke ihres Vortrags: Unsere Gesellschaft denkt zunehmend in Gruppen. Menschen werden bestimmten Kategorien zugeordnet und einander gegenübergestellt. Sahebi beschrieb die Gesellschaft deshalb als ein Netz. Enge Maschen stehen für viele Verbindungen zwischen Menschen und eine stabile Gemeinschaft. Werden die Maschen weiter, können Verbindungen leichter reißen – und die Gesellschaft kann auseinanderdriften.

Wenn Debatten schärfer und der Ton rauer wird, ist es wichtig, starke Stimmen zu hören. Gastrednerin Gilda Sahebi. Foto: BoLahola
Sahebi erläuterte auch den Begriff der „affektiven Polarisierung“. Gemeint ist damit eine gesellschaftliche Spaltung, bei der nicht nur unterschiedliche politische Positionen aufeinandertreffen. Auch die Gefühle gegenüber der jeweils anderen Gruppe werden zunehmend negativ. Sahebi warb dafür, solche Spaltungserzählungen als politisches Instrument zu erkennen.
Dabei gehe es auch darum, die eigenen unbewussten Vorstellungen zu hinterfragen. „Es gibt keine Gruppen die ‚faul‘ oder ‚fleißig‘ sind“, sagte Sahebi. Entscheidend sei, sich die eigenen Assoziationen bewusst zu machen und zwischen echten Gefühlen und den Erzählungen zu unterscheiden, die diese Gefühle auslösen.
Zum Abschluss sprach Sahebi darüber, was Menschen trotz unterschiedlicher Ansichten miteinander verbinden kann. Eine wichtige Rolle spiele dabei gegenseitige Wertschätzung – auch dann, wenn man das Verhalten oder die Meinung des Gegenübers ablehnt. Ihre Aussage, dass Werte Menschen miteinander verbinden können, Regeln allein aber nicht, wurde anschließend auch in der Fragerunde diskutiert.

Fragen aus dem Publikum wurden im Anschluss an den Vortrag beantwortet. Moderiert von einer Mitarbeiterin der Lawaetz-Stiftung (links). Foto: BoLahola
Bewegte Zeiten – im Jubiläumsfilm festgehalten
Im Anschluss wurde erstmals der Jubiläumsfilm der Lawaetz-Stiftung gezeigt. In knapp 20 Minuten gibt der Film einen Einblick in die Arbeit und die Geschichte der Stiftung. Zu Wort kommen Partner:innen und Unterstützer:innen ebenso wie Menschen, die von der Arbeit der Stiftung profitieren. Auch wenn nicht alle Arbeitsbereiche im Film Platz finden, wird die große Vielfalt der Stiftungsarbeit deutlich.
Der Film ist ab sofort auch auf www.lawaetz.de abrufbar sowie auf der Jubiläums-Website https://lawaetz.de/40-jahre/.

Gespannte Zuschauer:innen: Der Jubiläumsfilm zeigt die vielfältige Arbeit und das Wirken der Lawaetz-Stiftung. Erstellt wurde er von der Journalistin Juliane Eisenführ und dem Kameramann Cornelius Kob. Foto: BoLahola
Gemeinsam aktiv werden – neue Projekte und neue Aufgaben
Den Abschluss des offiziellen Bühnenprogramms bildeten die drei Vorstände Jörg Lindner, Gundula Zierott und Ilka Beermann. Sie würdigten die engagierten Mitarbeitenden, ihre Leistungen und den guten Zusammenhalt innerhalb der Stiftung.
Gundula Zierott betonte außerdem, wie wichtig es sei, auch in Zukunft noch stärker mit Partner:innen zusammenzuarbeiten. Ihr Appell an die Zuhörenden: „Lassen Sie uns gemeinsam Projekte entwickeln und umsetzen und Kooperationen eingehen. Lassen Sie uns Räume schaffen, in denen Menschen miteinander statt übereinander sprechen. Und lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Hamburg sozial gerechter, vielfältiger und demokratischer zu gestalten.“

Beim Stiftungsfest 2026 blieb viel Zeit für Gespräche und Austausch im Lawaetzhaus (zweite v.l.: Ilka Beermann, geschäftsführende Vorständin der Lawaetz-Stiftung, rechts: Katrin Stolle, Vorsitzende des Stiftungsrates der Lawaetz-Stiftung). Foto: BoLahola
Danach ging das Fest in einen informellen Teil über. Bei Führungen durch das Lawaetzhaus konnten die Gäst:innen mehr über die Stiftung und ihre Projekte erfahren. Bei gutem Catering und entspannter Atmosphäre blieb außerdem viel Zeit für persönliche Gespräche und Begegnungen.




