15 Jahre Jugend Aktiv Plus

01.10.2026 | Pressemitteilung

75 Prozent der Ratsuchenden schaffen den nächsten Schritt

Seit 15 Jahren unterstützt das Projekt „Jugend Aktiv Plus – Wege in die Zukunft“ junge Erwachsene in schwierigen Lebenslagen. Insgesamt erhielten bereits 16.500 junge Menschen individuelle Begleitung, konkrete Unterstützung und neue Perspektiven für Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe.

Hamburg, 01. Oktober 2026 – Viele junge Erwachsene in herausfordernden Lebenssituationen haben Schwierigkeiten, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. Ihr Leben ist häufig geprägt von Wohnungslosigkeit, Schulden, Armut und fehlendem Wissen über Hilfsangebote. Auch gesellschaftliche Teilhabe fehlt oft. Hier setzt seit 15 Jahren das Projekt „Jugend Aktiv Plus – Wege in die Zukunft“ (kurz: JAP) an. JAP ist das größte Projekt in Hamburg, das durch den Europäischen Sozialfonds (ESF+) finanziert wird. Das Netzwerk-Projekt begleitet junge Menschen, die von bestehenden Hilfsangeboten oft nicht erreicht werden, auf ihrem Weg in Ausbildung, Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben. Im Fokus stehen individuelle und leicht zugängliche Beratungs- und Coachingangebote.

Durch die Projektarbeit konnten in den vergangenen 15 Jahren 5.000 junge Erwachsene beruflich integriert werden, haben also einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeit gefunden. Das entspricht 75 Prozent aller Personen, die an den mehrmonatigen bis mehrjährigen Coachingangeboten von JAP teilgenommen haben. 85 Prozent der jungen Erwachsenen mit besonderem Unterstützungsbedarf wurden mit Hilfe von JAP sozial stabilisiert. JAP hilft beispielsweise bei Anträgen auf Grundsicherung, auf berufliche Ausbildungsbeihilfen, bei der Suche nach Wohnungen oder der Klärung von Schuldenproblemen. Insgesamt kümmerte sich JAP mit seinem Netzwerk in den vergangenen 15 Jahren um 16.500 junge Menschen. Pro Jahr werden also ca. 1.100 Personen individuell beraten, begleitet und gecoacht. Teilnehmen können junge Erwachsene Hamburger:innen bis 25 Jahre – Erziehende bis 27 Jahre.

Besonders bemerkenswert: Inzwischen kommen rund 45 Prozent der Teilnehmenden aus eigener Initiative oder auf Empfehlung ihrer Peergroup in das Projekt.

Zu den größten Herausforderungen für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen zählen der Übergang in eine vollqualifizierende Ausbildung sowie fehlende Orientierung bei der Berufswahl. Darauf weist auch die jüngst erschienene Studie „Drei Perspektiven – eine Vision. Herausforderungen und Reformimpulse für den Übergangssektor aus Sicht von Leitungen, Fachkräften und jungen Menschen“ der Bertelsmann Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung hin. Die Studie kritisiert insbesondere die Komplexität des Übergangssystems und die Brüche zwischen den verschiedenen Unterstützungs- und Hilfesystemen.

„Oft fehlt es jungen Menschen nicht an Motivation, sondern an Orientierung, verlässlicher Unterstützung und individueller Begleitung. Mit JAP bieten wir genau das – und zwar über verschiedene Lebensphasen hinweg“, sagt Sieglinde Ritz, die seit 2011 in der Lawaetz-Stiftung für die Leitung des Projekts verantwortlich ist.

Genau hier setzt JAP an: Die Sozialarbeiter:innen in den Quartieren bieten niedrigschwellige, individuelle Beratungs- und Coachingangebote auf Grundlage eines ressourcenorientierten Ansatzes an. Feste Bezugspersonen, langfristige Begleitung und eine praxisnahe Berufsorientierung gehören dabei zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Vermittlung in Schule, Ausbildung oder Arbeit, sondern auch die Unterstützung bei persönlichen Krisen und akuten Notlagen.

„Als ich hier angefangen habe, hatte ich eine starke soziale Phobie und Angststörungen. Ich wollte endlich den nächsten Schritt in meinem Leben machen. Das Jobcenter hat mir jedoch nicht zugetraut, eine Ausbildung zu beginnen. Jugend Aktiv Plus hat mir die Chance gegeben, es trotzdem zu versuchen. Allein diese Möglichkeit zu bekommen, ist ein großes Geschenk.“
(F., Teilnehmende von JAP)

Interessierten Medien steht ein kurzes Video zur Verfügung, das einen unmittelbaren Einblick in die Lebensrealität der von JAP begleiteten jungen Erwachsenen vermittelt. Der Film ist unter folgendem Link abrufbar: https://youtu.be/9A-uyePdxSY

Bitte beachten Sie die Sperrfrist zur Veröffentlichung bis zum 8. Oktober 2026.

Foto: Jugend Aktiv Plus. 

Pressekontakt

Annekatrin Kühn
Projektleitung Jugend Aktiv Plus
E-Mail: kuehn@lawaetz.de
Tel.: 040 399936-52

Quelle: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) „Drei Perspektiven – eine Vision“

Hintergrundinformationen zu JAP
JAP ist das größte in Hamburg durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) geförderte Projekt für junge Erwachsene in schwierigen Lebenslagen. Das Netzwerk ist in allen Hamburger Bezirken aktiv. Insgesamt arbeiten 11 Jugendhilfeträger an 13 Standorten zusammen. Die Dachträgerschaft liegt bei der Lawaetz-Stiftung.

Über die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung
Die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung (kurz: Lawaetz-Stiftung) ist eine unabhängige und gemeinwohlorientierte Akteurin für die Gestaltung einer sozial gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft. Sie wurde 1986 von der Freien und Hansestadt Hamburg als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet.

Mit hoher fachlicher Kompetenz entwickelt und realisiert die Lawaetz-Stiftung praxisnahe Lösungen in den Bereichen gemeinschaftliches Bauen und Wohnen, gerechte Stadtentwicklung sowie demokratische Teilhabe. Sie vernetzt Bürger:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Politik und Verwaltung und fördert den Wissenstransfer, um gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Strukturen nachhaltig zu stärken.
www.lawaetz.de

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