40 Jahre Lawaetz-Stiftung: „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist für Hamburg heute wichtiger denn je

20.08.2026 | Pressemitteilung

Lawaetz-Stiftung befähigt Menschen, ihre Stadt selbst mitzugestalten

Hamburg, 20. August 2026 – Die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung begeht 2026 ihr 40-jähriges Jubiläum. Die gesellschaftlichen Konflikte haben sich seit der Gründung der Stiftung verändert. Ihre Grundprinzipien sind aktueller denn je – zugleich gilt es, sie auf die Konfliktlagen der Gegenwart neu zu beziehen. 1986 entstand die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung vor dem Hintergrund der Konflikte um besetzte Häuser in der Hafenstraße, Wohnungsnot und die Frage, wie Menschen selbst Einfluss auf ihre Lebensbedingungen nehmen können. Die Lawaetz-Stiftung unterstützte damals unter anderem Bewohner:innen dabei, Häuser in Eigenleistung zu sanieren und dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Freie und Hansestadt Hamburg schuf mit der Lawaetz-Stiftung eine intermediäre Institution, deren vorrangige Aufgabe es war, Menschen, Gruppen und Institutionen darin zu stärken, ihre Interessen selbstbewusst zu vertreten und ihre Ziele eigenständig zu verfolgen.

Aktuelle Herausforderungen
Schwierige Zugänge zum Wohnungsmarkt, soziale Ungleichheit und Verdrängung bestehen fort. Fragen der Beteiligung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts haben nichts an Aktualität verloren. Dazu kommen neue Herausforderungen: demokratiefeindliche Tendenzen, Polarisierung, Klimawandel und die Frage, wie Menschen in einer sich verändernden Stadt tatsächlich mitgestalten können. Was vor 40 Jahren als Antwort auf konkrete soziale und stadtpolitische Konflikte begann, ist heute ein zentraler Baustein für die Zukunft der Hamburger Stadtgesellschaft. Die Arbeit der Lawaetz-Stiftung lässt sich in drei große Arbeitsfelder bündeln: Die wirtschaftliche Baubetreuung für Wohnprojekte und soziale Träger, die soziale Stadtentwicklung und die Demokratieförderung. Alle drei Felder stehen dabei in Verbindung miteinander. Denn: Eine soziale Stadt ist eine demokratische Stadt, in der Menschen die reale Möglichkeit haben, ihr Lebens- und Wohnumfeld mitzugestalten. Wohnraum, Stadtentwicklung und Demokratie lassen sich nicht getrennt voneinander denken.

Zudem ist die Lawaetz-Stiftung eine starke Partnerin in der Netzwerkarbeit. Sie verbindet Menschen und Institutionen miteinander und ermöglicht so die Umsetzung von vielfältigen, zukunftsweisenden Projekten.

Wohnraum schaffen und Gemeinwohl sichern
Wie kann eine wachsende Stadt Wohnraum schaffen, ohne dabei diejenigen aus dem Blick zu verlieren, die diese Stadt ausmachen? Die Lawaetz-Stiftung agiert in der Baubetreuung als Akteurin zwischen Verwaltung, Bewohner:innen, sozialen Trägern, Projektentwickler:innen und Behörden. Aktuelle Beispiele sind die Baugemeinschaft Mesterkamp und die Baugemeinschaften in den städtischen Baugebieten in Wilhelmsburg. Mit ihrer Arbeit schafft sie die Voraussetzungen dafür, dass bezahlbarer, gemeinwohlorientierter und nachhaltiger Wohnraum auch unter komplexen Bedingungen tatsächlich realisiert werden kann.

Lebendige Quartiere entstehen, wenn Menschen sie selbst mitgestalten
Quartiere und Stadtteile zu unterstützen, in denen Menschen gerne und gut zusammenleben, ist eine zweite große Aufgabe der Lawaetz-Stiftung. Mit ihren Projekten in der Quartiers- und Gebietsentwicklung befähigen die Teams vor Ort Anwohnende, eigene Strukturen für ihr friedliches und vielfältiges Zusammenleben aufzubauen. Auch Themen wie Gesundheit und Nachhaltigkeit spielen dabei eine immer größere Rolle. Aktuelle Beispiele sind die RISE-Gebiete Tegelsbarg / Müssenredder, Rahlstedt-Ost und Wilhelmsburg-Ost sowie die Lokalen Vernetzungsstellen Prävention in Bergedorf und Wilhelmsburg.

Demokratie stärken, wo Menschen zusammenleben
Seit Jahren widmet sich die Lawaetz-Stiftung sowohl hamburgweit als auch in einzelnen Stadtgebieten der Demokratieförderung. HiNT – die Hinweisstelle für rassistische, antisemitische und rechte Vorfälle ist ein Beispiel für ein übergreifendes Projekt der Demokratieförderung. Die lokalen Partnerschaften für Demokratie in Wandsbek und in Harburg / Süderelbe fokussieren auf die Vernetzung und Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen und demokratischen Akteur:innen vor Ort und sind Beispiele für lokale Demokratieförderprojekte, angesiedelt im Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

Langfristig verlässliche Netzwerke schaffen
Eine besondere Stärke der Lawaetz-Stiftung liegt darin, Netzwerke zu initiieren. Sie bringt unterschiedliche Akteur:innen zusammen und gestaltet und begleitet ihre Zusammenarbeit langfristig. Im ESF-Projekt „Jugend Aktiv Plus“ (JAP) sorgt die Lawaetz-Stiftung seit 15 Jahren als Dachträgerin dafür, dass Jugendhilfeträger aus allen Hamburger Bezirken zusammenarbeiten, um junge Menschen beim Übergang in Ausbildung und Arbeit zu unterstützen. Mit der hei. Hamburger Existenzgründungs-Initiative trägt und koordiniert die Stiftung zudem ein Netzwerk, das Gründungsinteressierte und Selbstständige unterstützt. Dafür führt sie die Expertise zahlreicher Partner:innen zusammen. Beide Beispiele zeigen eine besondere Stärke der Stiftung: langfristige und verlässliche Strukturen für die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteur:innen zu schaffen.

Hilfe zur Selbsthilfe: Seit 40 Jahren Menschen stärken und eine vielfältige Stadtgesellschaft ermöglichen
Die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung folgt seit 40 Jahren in allen ihren Projekten einem gemeinsamen Grundgedanken: Menschen werden nicht nur einmalig unterstützt – sie werden befähigt, ihre Anliegen selbst in die Hand zu nehmen. Das bedeutet, vorhandene Stärken sichtbar zu machen, Wissen zugänglich zu machen und nachhaltige Selbstwirksamkeit zu ermöglichen – immer mit dem Ziel, eigenverantwortliches Handeln langfristig zu stärken. Denn wer erfährt, dass die eigene Stimme etwas bewirkt, das Wohnumfeld mitgestaltet werden kann und gemeinsame Lösungen möglich sind, erlebt demokratische Selbstwirksamkeit.

„Die Zukunft einer sozialen und demokratischen Stadt entscheidet sich nicht allein in politischen Programmen, sondern dort, wo Menschen ihren Alltag gestalten: in ihren Wohnungen, Nachbarschaften und Quartieren. Genau dort wollen wir auch in den nächsten 40 Jahren ansetzen. Wir wollen Menschen zusammenbringen, Beteiligung ermöglichen und aus guten Ideen konkrete Lösungen machen. Das tun wir seit 40 Jahren als Brückenbauerin, Übersetzerin und Vermittlerin – und genau darin sehen wir auch unseren Auftrag für die Zukunft: konkrete Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen“, so Jörg Lindner, Vorsitzender des Vorstandes der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung.

Weitere Informationen zum 40. Jubiläum der Lawaetz-Stiftung finden sich auf https://lawaetz.de/40-jahre/

Pressekontakt:

Claudia-Marie Dittrich
Referentin Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
E-Mail: presse@lawaetz.de
Tel. 040-399 936-16

Über die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung – www.lawaetz.de

Die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung (kurz: Lawaetz-Stiftung) ist eine unabhängige, gemeinwohlorientierte Akteurin für die Gestaltung einer sozial gerechten, zukunftsfähigen Gesellschaft. Sie wurde als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts 1986 von der Freien und Hansestadt Hamburg gegründet. Mit hoher Kompetenz entwickelt und gestaltet die Lawaetz-Stiftung neue, praxisnahe Lösungen für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen, für eine gerechte Stadtentwicklung und für demokratische Teilhabe. Die Lawaetz-Stiftung vernetzt und beteiligt Bürger:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Politik und Verwaltung. Sie organisiert Wissenstransfer, um gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Strukturen zu fördern und zu stärken.

Fotocredit: Lawaetz-Stiftung (M. Denker)