Mehr als 1.000 rassistische, antisemitische und rechte Vorfälle 2025 in Hamburg
Juni 30, 2026 | Soziale Stadtentwicklung & Demokratieförderung | Demokratie & Vielfalt
HiNT legt ersten Jahresbericht vor – Dunkelfeld vermutlich deutlich größer

HiNT, die Hinweisstelle für rassistische, antisemitische und rechte Vorfälle in Hamburg, stellt heute ihren ersten Jahresbericht vor. Für 2025 dokumentierte sie 1.057 Vorfälle in Hamburg. Das waren fast drei pro Tag. Die tatsächliche Zahl liegt jedoch vermutlich deutlich höher. Viele Betroffene und Zeug:innen melden Vorfälle nicht, weil sie als alltäglich wahrgenommen und normalisiert werden.

HiNT - Hamburger Hinweisstelle für rassischtische, antisemitische und rechte Vorfälle.

Bist du von Rassismus, Antisemitismus oder rechten Übergriffen betroffen? Dann melde den Vorfall bei HiNT. Foto: Lawaetz-Stiftung

Erfasst wurden unter anderem 508 rassistische und 195 antisemitische Vorfälle, 130 Übergriffe gegen Frauen und LGBTIQ*-Personen sowie 225 Fälle rechter Propaganda. 108 erhobene Vorfälle richteten sich gegen politische Gegner:innen (Mehrfachzuordnungen der Motive möglich). Am häufigsten dokumentierte HiNT menschenfeindliche Äußerungen (30 %), Beleidigungen (29 %) sowie Graffiti und Sachbeschädigungen (23 %). Körperliche Übergriffe machten 8 % aus. Rund zwei Drittel aller Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum.

Besonders auffällig: In drei Vierteln aller körperlichen Übergriffe aus rassistischen Motiven wurden zusätzlich Beleidigungen, Bedrohungen oder andere rassistische Aussagen dokumentiert:
„Aus Worten werden Taten. Betroffene von Rassismus wissen, dass jeder verbale Angriff das Potenzial hat, in körperliche Gewalt umzuschlagen. Eine abwehrende oder widersprechende Reaktion auf verbale Angriffe kann eine Eskalation nach sich ziehen. Gegenwehr ist für Betroffene von Rassismus daher oft gefährlich“, sagt die Projektleiterin von HiNT.

Die Hälfte der antisemitischen Vorfälle richtete sich allgemein gegen Jüdinnen, Juden. Daneben traten häufig israelbezogener und sekundärer Antisemitismus, etwa die Verharmlosung des Holocausts, auf.
Die Zahlen sind nicht repräsentativ und nicht mit Vorjahren vergleichbar, da HiNT erst seit 2025 Vorfälle erhebt. Betroffene, Zeug:innen und Angehörige können Vorfälle unter www.hint.hamburg melden.

HiNT ist eine zivilgesellschaftliche Hinweis- und Monitoringstelle in Trägerschaft der gemeinnützigen Johann Daniel Lawaetz-Stiftung, gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und die Freie und Hansestadt Hamburg.

Downloadlink Bericht: www.hint.hamburg/jahresbericht-2025/

HiNT ist erreichbar auf hint.hamburg, sowie auf Instagram, TikTok, Bluesky, Threads und Mastodon.


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